Teilzeit ist kein Lifestyle

Veröffentlicht am 28.01.2026 in Aktuelles

2007 fing ich als Lehrerin an zu arbeiten - in Teilzeit. Nicht, weil ich das selbst wollte, sondern

„Dann können mehr Lehrkräfte eingestellt werden, wenn alle erstmal in Teilzeit arbeiten." Den Grund habe ich akzeptiert.

,Als Junglehrerin schafft man sowieso kein volles Deputat."

Den Grund habe ich nicht akzeptiert, sagt er doch aus, dass der Lehrberuf so hart ist, dass man ihn zu Beginn gar nicht mit einem vollen Deputat ausüben kann. Dann stimmt doch was mit dem Beruf nicht!

Leider ist das häufig der Grund für Lehrkräfte, in Teilzeit zu arbeiten: man hat zu viele Aufgaben, denen man gerecht werden muss, und das ist für viele nicht in einer 41-Stunden-Woche zu bewältigen. Das heißt in Teilzeit gehen oder Überstunden ohne Ende machen.

Für die Lehrkräfte in Teilzeit ist das kein Lifestyle, sondern notwendig, um in diesem Beruf gesund zu bleiben, nicht in einen Burnout zu schlittern.

Sie sorgen selbst für sich, wofür eigentlich der Dienstherr sorgen müsste!

Für mich hat das bedeutet: ich habe als Angestellte in Teilzeit schauen müssen, wie ich mit dem Gehalt zurecht kam: Miete, Auto finanzieren, Bafög zurückzahlen, leben. Denn Teilzeit heißt auch: weniger Gehalt und spater weniger Rente.

Es gibt viele Gründe für Teilzeit, Frauen sind deutlich häufiger in Teilzeit, auch deshalb, weil sie den Großteil der Sorgearbeit tragen.

Erst wenn wir echte Gleichstellung im Land haben, genügend Kitaplätze und Pflegeplätze, Jobs, die man in der vorgegebenen Zeit bewältigen kann, dann können wir über Teilzeit diskutieren, vorher nicht!